Macht & Eliten · 30. Juni 2026

Niederlage für Trump: Supreme Court erhält Geburtsrecht auf Staatsbürgerschaft

Mit sechs zu drei Stimmen kippt das Oberste Gericht Trumps Dekret zur Einschränkung der Staatsbürgerschaft per Geburt. Selbst Teile der konservativen Mehrheit folgen dem vierzehnten Verfassungszusatz.

Der Supreme Court hat am 30. Juni 2026 Trumps Versuch gestoppt, das Geburtsrecht auf Staatsbürgerschaft einzuschränken. Chief Justice John Roberts verfasste die Mehrheitsmeinung.

Der Supreme Court hat am 30. Juni 2026 mit sechs zu drei Stimmen entschieden, dass Kinder, die in den Vereinigten Staaten geboren werden, automatisch die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten, und damit Donald Trumps Dekret vom ersten Tag seiner zweiten Amtszeit für verfassungswidrig erklärt. Chief Justice John Roberts verfasste die Mehrheitsmeinung, der sich auch mehrere konservative Richter anschlossen, was das Urteil zu einer deutlicheren Niederlage für die Regierung macht als von vielen Beobachtern erwartet.

Was Trumps Dekret vorsah

Das im Januar 2025 unterzeichnete Dekret sollte Kindern die automatische Staatsbürgerschaft verweigern, deren Eltern sich ohne gültigen Aufenthaltstitel im Land befanden oder nur über ein befristetes Visum verfügten. Federführend hinter der Initiative stand Trumps Berater Stephen Miller. Das Gericht stützte seine Entscheidung auf den vierzehnten Verfassungszusatz, der seit 1868 allen im Land geborenen und seiner Rechtsprechung unterstehenden Personen automatisch die Staatsbürgerschaft zuspricht, das sogenannte Geburtsortsprinzip.

Ein Sieg mit Nebenwirkung

Trotz der juristischen Niederlage hat die Regierung nach Einschätzung mehrerer Verfassungsrechtler einen Teil ihres eigentlichen Ziels bereits erreicht. Die monatelange öffentliche Debatte um das Dekret hat eine seit Jahrzehnten an den politischen Rändern geführte Forderung der amerikanischen Rechten erstmals ins Zentrum des öffentlichen Diskurses gerückt.