Aktien & Investoren · 15. Juni 2026

Leopold Aschenbrenner: Vom OpenAI-Forscher zum $5,5-Milliarden-Hedgefonds in zwei Jahren

Mit 22 gefeuert. Mit 24 verwaltet er mehr Kapital als die meisten Wall-Street-Veteranen je werden. Und seine Thesen bewahrheiten sich.

Leopold Aschenbrenner, 2024 bei OpenAI entlassen, hat Situational Awareness LP gegründet — einen AGI-Infrastruktur-Fonds der bis Anfang 2026 auf $5,5 Milliarden AUM gewachsen ist und 47% Rendite im ersten Halbjahr 2025 erzielte.

Leopold Aschenbrenner wurde im April 2024 von OpenAI gefeuert. Die offizielle Begründung: Weitergabe vertraulicher Informationen. Aschenbrenners Version: Er wurde entlassen, weil er intern Sicherheits-Bedenken zu chinesischer Spionage und unzureichenden Sicherheits-Standards bei OpenAI geäußert hatte — ein interner Dissens, der das Unternehmen offenbar unangenehm berührte.

Aschenbrenner, geboren 2001 in Deutschland, absolvierte die Columbia University als Valedictorian mit 19 Jahren — der beste Abschluss seines Jahr-gangs. Bei OpenAI arbeitete er im Super-Alignment-Team unter Ilya Sutskever, dem Forschungs-Direktor der später selbst OpenAI verließ. Im Juni 2024 veröffentlichte Aschenbrenner "Situational Awareness: The Decade Ahead" — ein 165-seitiges Essay das AGI bis 2027 oder früher prognostizierte und im Detail beschrieb, warum die Entwicklung schneller verlaufen würde als die meisten Experten annehmen. Das Essay wurde in der KI-Community millionen-fach gelesen und geteilt.

Was folgte, war eine der schnellsten Kapital-Aggregationen in der Hedge-Fonds-Geschichte. Situational Awareness LP, der Fonds den Aschenbrenner mit erfahreneren Partnern gründete, wuchs bis Anfang 2026 auf 5,5 Milliarden Dollar AUM. Investiert haben Patrick und John Collison (Stripe), Nat Friedman und Daniel Gross — Leute die sowohl technische Urteilsfähigkeit als auch Kapital mitbringen.

Die Performance-Zahlen sind außer-gewöhnlich: 47% Netto-Rendite im ersten Halbjahr 2025, bei einem S&P 500 der im selben Zeitraum rund 6% zulegte. Die Kern-Investments: Bitcoin-Miner die ihre Kapazitäten zu KI-Rechenzentren umrüsteten — Core Scientific stieg von rund 1 Dollar auf über 10 Dollar — Energie-Unternehmen die von explodierender Rechenzentren-Nachfrage profitieren, Halbleiter-Zulieferer und Kühl-Infrastruktur-Unternehmen.

Was Aschenbrenners Ansatz von den meisten KI-Investments unterscheidet: Er investiert nicht in KI-Modelle selbst — nicht in OpenAI, nicht in Anthropic, nicht in Google DeepMind. Er investiert in die physische Infrastruktur, die jedes erfolgreiche AGI-Szenario erfordern wird — Strom, Rechenzentren, Kühl-Systeme, Halbleiter-Equipment. Die Logik ist einfach und robust: Welches Unternehmen auch immer AGI baut und kommerzialisiert, es braucht diese Infrastruktur. Wenn Aschenbrenners AGI-Zeitleiste falsch ist, verzögert sich das Wachstum dieser Infrastruktur — aber es verschwindet nicht.

Das Portfolio ist über SEC-Filings öffentlich einsehbar: CIK 0002045724 auf der EDGAR-Plattform der SEC. Die Positionen dienen als Karte für KI-Infrastruktur-Investments die noch nicht mainstream sind — nicht weil sie geheim sind, sondern weil die meisten Anleger nicht die technische Grundlage haben, um Aschenbrenners Bewertungs-Rahmen nachzuvollziehen. Das ist der eigentliche Grund warum diese Geschichte als Kuriosität behandelt wird, obwohl seine spezifischen Vorhersagen sich als erschreckend präzise herausgestellt haben.