Das Islamabad Memorandum: Was der USA-Iran-Deal wirklich enthält
300 Milliarden Dollar Wiederaufbau, Hormuz frei, Seeblockade weg — und Israel als stiller Verlierer. Die vierzehn Punkte des Abkommens und was sie verschweigen.

Am 17. Juni 2026 unterzeichneten Donald Trump und der iranische Präsident Masoud Pezeshkian das Islamabad Memorandum of Understanding, vermittelt von Pakistan. Das Dokument umfasst vierzehn Punkte: die Freigabe der Straße von Hormuz, das Ende der amerikanischen Seeblockade innerhalb von dreißig Tagen, einen Wiederaufbauplan für den Iran im Wert von mindestens 300 Milliarden Dollar sowie ein iranisches Versprechen, keine Atomwaffen zu entwickeln. Ballistische Raketen bleiben ungeregelt. Für einen abschließenden Vertrag haben beide Seiten sechzig Tage Zeit.
Das Memorandum of Understanding zwischen Washington und Teheran, das am 17. Juni 2026 unter dem Namen Islamabad Memorandum unterzeichnet wurde, entstand unter pakistanischer Vermittlung, und die Umstände seiner Unterzeichnung spiegeln die politische Symbolik des gesamten Deals wider: Donald Trump signierte das Dokument während eines Abendessens mit Emmanuel Macron im Schloss Versailles am Rande des G7-Gipfels, während der iranische Präsident Masoud Pezeshkian zeitgleich in Teheran unterschrieb, ohne dass beide jemals im selben Raum gewesen wären. Pakistan hatte in den Wochen zuvor als Vermittler zwischen beiden Seiten fungiert, und seinen Verhandlungsrunden in Islamabad verdankt das Abkommen seinen Namen.
Was das Islamabad Memorandum regelt
Die vierzehn Punkte des Abkommens decken ein breites Spektrum ab, das von unmittelbaren militärischen Fragen bis zu langfristigen Wirtschaftsversprechen reicht. Die Straße von Hormuz wird für die kommerzielle Schifffahrt freigegeben, zunächst ohne Gebühren für sechzig Tage, und der volle Schiffsverkehr soll innerhalb von dreißig Tagen anlaufen. Die USA verpflichten sich, ihre Seeblockade innerhalb von dreißig Tagen aufzuheben und ihre Streitkräfte nach Abschluss eines endgültigen Vertrags aus der unmittelbaren Nähe des Iran abzuziehen. Am weitreichendsten ist ein wirtschaftliches Versprechen: Washington verpflichtet sich gemeinsam mit regionalen Partnern zur Entwicklung eines Wiederaufbauplans für den Iran im Wert von mindestens 300 Milliarden Dollar, dessen konkrete Ausgestaltung innerhalb der sechzigtägigen Verhandlungsfrist festgelegt werden soll. Nuklear verpflichtet sich Iran, keine Atomwaffen zu beschaffen oder zu entwickeln, und erklärt sich bereit, seinen auf waffenfähiges Niveau angereicherten Uranbestand im Rahmen des Abschlussvertrags auf Reaktorniveau zurückzuführen — wie genau das verifiziert werden soll, ist im MOU nicht geregelt, und auch ballistische Raketen werden mit keinem Wort erwähnt.
Israel, der schwierige Dritte
Israel ist an dem Abkommen nicht beteiligt, aber als Subtext jedes Verhandlungspunkts deutlich spürbar. Der Iran bestand darauf, dass das Memorandum ausdrücklich den Libanon als Teil des Waffenstillstandsrahmens einschließt und einen israelischen Rückzug aus dem Libanon als Voraussetzung für ein endgültiges Abkommen nennt, ein Punkt, den israelische Unterhändler als Konzession Washingtons an Teheran werteten. Benjamin Netanyahu reagierte mit der Ankündigung, Israel werde das Notwendige tun, um einen nuklear bewaffneten Iran zu verhindern, und gab einen Anstieg des israelischen Verteidigungsbudgets um 350 Milliarden Schekel bekannt. Das Weiße Haus hält daran fest, dass das MOU Israels Sicherheitsinteressen nicht berühre, aber die Geometrie des Deals macht deutlich, warum Jerusalem nicht zu den Applaudierenden gehört: Iran bekommt 300 Milliarden Dollar Wiederaufbauzusagen, die Seeblockade fällt, und die Libanonklausel sitzt wie ein Stachel.
Ob die sechzigtägige Frist zu einem dauerhaften Abkommen führt, ist die zentrale offene Frage. Öl fiel um fünf Dollar, Gold verlor 1,8 Prozent, Tankeraktien gaben nach — Märkte haben das Dokument als ersten Schritt gelesen, nicht als abgeschlossenen Frieden, und der Unterschied zwischen diesen beiden Lesarten wird in den kommenden sechzig Tagen die entscheidende Frage sein.